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© / Quelle: NWZ-Online / 07.09.2026

Landesmeisterschaften im Klootschießen in Ostfriesland

Norder Hauke Roolfs aktuell in einer eigenen Liga mit dem Kloot

Ostfrieslands Klootschießer haben in Utarp ihre Landesmeister ermittelt.

Der Kreisverband Esens holte sechsmal Gold und führt den Medaillenspiegel an – vor allem dank starker Jugendlicher.

Besonders eine 13-Jährige sorgte für Aufsehen.

von Henning Schiffer / Fotos Jens Doden

 

Utarp - Ostfrieslands Klootschießerinnen und Klootschießer haben am vergangenen Samstag (5. September) auf dem Sportplatz des Klootschießer-Leistungszentrums in Utarp ihre Landesmeister ermittelt. Dabei peitschten neben den Klootkugeln auch kräftige Regenschauer und ein strammer Westwind über die großflächige Sportanlage in der Gemeinde Holtriem im Kreisverband Esens. Mit insgesamt sechsmal Gold, siebenmal Silber und dreimal Bronze setzten sich die Gastgeber im Medaillenspiegel an die Spitze und verdrängten damit die Vorjahressieger aus dem Kreisverband Norden auf den zweiten Rang, gefolgt vom Kreisverband Aurich. Ein Wegbereiter für das gute Abschneiden der gastgebenden Werferinnen und Werfer waren hervorragende Ergebnisse in den Jugendklassen, denn fünf ihrer sechs Landesmeistertitel konnten die Esenser in den Jugendklassen gewinnen.

Lieke Barfknecht mit neuer Bestweite

Herausragend waren dabei unter anderem Lieke Barfknecht (w.J.C) aus Holtgast und der Nenndorfer Finn Bartels (m.J.F.). Während das junge Friesensporttalent vom KBV „Freesenmoot“ das hochklassige Duell gegen Thore Bünting aus Spekendorf um den Landesmeistertitel mit 22,35 Metern knapp für sich entscheiden konnte, katapultierte die 13-jährige Lieke Barfknecht ihre Klootkugel auf eine neue persönliche Bestweite von 45,50 Metern und gewann verdient die Goldmedaille vor Ida Harms aus Südarle und Fenna Fröhling vom BV Collrunge. Besonders dramatisch verlief der Kampf um die Podestplätze in der Konkurrenz der weiblichen Jugend B. Dort trennten am Ende 2,10 Meter die Werferinnen zwischen den Rängen eins und vier und besonders knapp wurde es im Kampf um Silber und Bronze. Der Titel in dieser Altersklasse ging mit 45,35 Meter an Leevke Fähnders aus Ardorf. Rang zwei feierte Marie Studt vom KBV Schirumer Leegmoor. Mit 43,65 Metern blieb die junge Auricherin 15 Zentimeter vor der drittplatzierten Wolke de Boer aus Theener und nur 40 Zentimeter vor der Stedesdorferin Amelie van Mark auf dem undankbaren vierten Platz. Mit tollen Würfen übers Brett machte ein weiteres Toptalent des Friesensports in der männlichen Jugend E auf sich Aufmerksam. Johannes Koch aus Schirum zeigte eine erstklassige Leistung und gewann mit 32,00 Metern und deutlichem Vorsprung den Landesmeistertitel der Jahrgänge 2017-2018.

Nach den Jugendwettkämpfen zeigte sich LKV-Feldobmann Jan-Gerd Bengen sehr zufrieden über den Verlauf der Meisterschaften: „Es ist eine hervorragende Veranstaltung, bei schwierigen Wetterbedingungen aber besonders hervorzuheben sind die weiblichen Wertungsklassen. Wir haben eine starke Beteiligung und eine tolle Leistungsdichte. Da zeigt sich, dass sich die im Landesverband und auf Kreisebene angeschobene Jugendarbeit auszahlen kann.“

Im Seniorenbereich dominierten Ostfrieslands „Zugpferde“ der Felddisziplinen das Geschehen. Im gewohnt prominent besetzten und leistungstechnisch ausgeglichenen Feld der Frauen I freute sich Femke Wilberts aus Norden über eine weitere Goldmedaille in ihrer persönlichen Sammlung. 62,55 Meter bedeuteten Rang eins vor Weltrekordhalterin Lene Gerjets aus Etzel mit 61,95 Metern und Ex-Europameisterin Ann-Christin Peters vom KBV „Free herut“ Ardorf. Bei den Herren zeigte Hauke Roolfs aus Südarle einmal mehr seine Extraklasse. Bärenstarke 83,90 Meter lieferte der Norder Topwerfer ab und übertrumpfte Alexander Windt (70,10 Meter) und Heiko Behrends (68,50 Meter) auf den Folgeplätzen in beeindruckender Manier.

Ostfriesland gegen Oldenburg am 12. September

In den Klassen Männer II und III zeigten einige Routiniers ihr ganzes Können. Die erzielten Weiten von Robert Djuren (Westeraccum) mit 71,30 Metern und 67,50 Meter vom Ardorfer Peter Menken (Männer III) sind ein deutliches Ausrufezeichen und unterstreichen, dass die ostfriesischen Kloot-Expertinnen und -Experten durch alle Altersklassen hinweg bestens vorbereitet in das traditionelle 100:100-Werfen gegen den Landesverband Oldenburg ziehen werden. Das Ringen um die Verbandsmeisterschaften findet am Samstag (12. September) auf dem Mehrzweckgelände in Tannenhausen statt.

 

© / Quelle: NWZ-Online / 07.09.2026

Landesmeisterschaften im Klootschießen in Oldenburg

Klootschießer glänzen in Stollhamm

Ammerland verteidigt erneut Superpokal

In Stollhamm hat das Ammerland zum dritten Mal in Folge den Superpokal gewonnen.

67 Aktive traten in Stollhamm an. Doch der Blick auf die Konkurrenz aus Ostfriesland gibt zu denken.

von Wolfgang Böning

Stollhamm - Die Landesmeisterschaft des Klootschießer-Landesverbandes Oldenburg (KLVO) im Werfen mit dem Kloot brachte zahlreiche Friesensportler an der überdachten Anlage in Stollhamm zusammen. Mit insgesamt 67 Aktiven – etwas weniger als im Vorjahr – zeigte die Veranstaltung dennoch die breite Resonanz und den hohen Stellenwert des traditionellen Sports im Nordwesten. In der Gesamtwertung aller Aktiven sicherte sich das Team aus Ammerland zum dritten Mal in Folge den Superpokal. Mit beeindruckenden 612,90 Metern ließ man die Konkurrenz aus Stadland (549,41 m), der Friesischen Wehde (532,17 m) und Butjadingen (523,52 m) hinter sich.

Starke Leistungen

Besonders hervorzuheben sind die Hauptklassen Männer I und Frauen I, die mit starken Leistungen glänzten: Sören Bruhn aus Schweinebrück schaffte mit dem 475 Gramm schweren Kloot den Höchstwurf des Tages von 79,18 Metern. Junior Dominik Köster aus Ruttel sicherte sich mit 76,86 Metern den Titel in seiner Klasse. Bei den Frauen kehrte Lena Wolken aus Halsbek nach einer Pause im vergangenen Jahr zurück und überzeugte im Drehwurf mit dem 375-Gramm-Kloot und der Weite von 56,00 Metern. Dicht dahinter platzierte sich Antje Wulff aus Mentzhausen (51,10 m). Auch erfahrene Senioren feierten Erfolge: Goldmedaillen gingen an die beiden Mentzhauser Detlef Müller (Männer III/61,29 m) und Alfred Wulff (Männer IV/55,41 m).

Großer Stellenwert

Bei den Jugendlichen knackten mehrere Teilnehmer die 40-Meter-Marke: Rassmus Hans aus Cleverns (A-Jugend/74,64 m), Jann Borchers aus Kreuzmoor/Bekhausen (B-Jugend/41,67 m) sowie die C-Jugendlichen Nolan Helmerichs aus Schweewarden (Gold mit 46,60 m) und Ole Frels (Silber mit 43,60 m). Bei den A-Mädchen überzeugte Finja Frels (Kreuzmoor/Bekhausen/45,60 m).

Der KLVO-Vorsitzende Jürgen Frers zeigte sich sichtlich zufrieden: „Erfreulich war, dass alle Kreisverbände vertreten waren und damit einmal mehr gezeigt wurde, welchen Stellenwert das Klootschießen in unserem Landesverband besitzt. Besonders positiv stimmt uns die große Beteiligung im Jugendbereich.“ Auch die neu geschaffene Altersklasse Männer V wurde erstmals besetzt. KLVO-Feldobmann Stefan Bruns lobte die Organisation durch den KV Butjadingen, sah aber noch Luft nach oben bei der Teilnehmerzahl.

Starke Konkurrenz

Am kommenden Samstag, 12. September, stehen bereits die FKV-Meisterschaften in Tannenhausen (KV Aurich) an, wo sich die Oldenburger mit den Ostfriesen messen. Und die scheinen dafür gut aufgestellt zu sein. Schließlich brachten sich bei den Titelkämpfen des Landesverbandes Ostfriesland 171 Teilnehmer ein – mehr als doppelt so viele wie im KLVO.