Bei Rückfragen:

Gerold Meischen

 

Mobil 0172-6310925
meischen@friesensport.de


© / Quelle: NWZ-Online / 18.05.2026

Deutsche Meisterschaften in Wesselburen (VSHB)

1. Tag:  Mit Kloot und Hollandkugel im Feld

Devin Hillmer räumt in Schleswig-Holstein gleich vier Goldmedaillen ab

Devin Hillmer aus Mentzhausen war bei der Deutschen Friesensport-Meisterschaft in Wesselburen nicht zu stoppen.

Im Klootschießen und Hollandkugelwerfen holte er Gold – und machte auch mit der Mannschaft alles klar.

von Wolfgang Böning

Wesselburen - Bei den Deutschen Meisterschaften der Friesensportler hat sich Devin Hillmer aus Mentzhausen gleich zwei Einzel-Titel gesichert. In Wesselburen (Schleswig-Holstein) gewann der Wesermärschler die Goldmedaille im Klootschießen und Hollandkugelwerfen und legte in der Mannschaftswertung zwei Meistertitel nach.

Die Junioren

Hillmer erwischte mit der 300 Gramm schweren Hollandkugel den perfekten Start. Der amtierende Europameister in der Jugendklasse gab den Ton an. Bereits vor seinem letzten Wurf stand fest, dass ihm der Titel nicht mehr zu nehmen sein würde. Am Ende war der Vorsprung mit seiner Siegerweite von 746 Metern – damit wäre er in der Männer-Hauptklasse Vierter geworden – auf die anderen Topwerfer Yannik Munz (Uelvesbäll, 628 Meter), Lukas Schmidt (Wiesedemeer, 602) und Lasse Cordes (Büppel, 584) immens. „Ich habe alle Würfe geflüchtet – und die waren alle top“, benannte Hillmer sein Siegerrezept. Knapper war die Entscheidung im Klootschießen. Doch auch in dieser Disziplin setzte sich der 18-Jährige durch. Der EM-Dritte kam auf eine Weite von 223,25 Meter (Topwurf: 76,45 Meter) und ließ damit Melf Hems (Garding, 220,2) und Melvin Schatt (Tönning, 212,4) hinter sich.

Die Juniorinnen

Nele Carstens aus Moorriem profitierte von der Regeländerung, dass erstmals auch die Ersatzwerferinnen zum Einsatz kamen. Die eigentlich an Position vier gesetzte Wesermärschlerin überzeugte mit der Hollandkugel mit 446 Metern und sicherte sich Platz zwei hinter Mila Ihnen aus Utarp-Schweindorf (471) und vor ihrer Teamkollegin Leevke Danielzik (435). „Es war ein richtiger schöner Wettkampf und alle Würfe haben gesessen. Die letzten beiden Würfe waren die besten Versuche“, sagte Carstens. Danielzik hatte ein paar Probleme. „Ich bin nicht optimal gestartet, die Strecke hatte ihre Tücken. So habe ich leider nicht immer die richtigen Stellen erwischt, bin am Ende aber zufrieden“, sagte sie. Mit dem Kloot schnappte sich Europameisterin Inga Klinck (Vereinigte Geestdörfer, 158,15 Meter) den Sieg. Platz zwei ging an Finja Frels (Kreuzmoor/Bekhausen, 140,9), Dritte wurde Eike Carstensen (Mildeburg, 137,9).

Die Frauen

Für die neue Hollandkugel-Meisterin Lene Gerjets aus Etzel schloss sich ein Kreis. Bei der bisher letzten DM-Auflage in 2018 gewann sie den Titel noch in der Jugendklasse. Nun bescherte ihr eine Weite von 530 Metern Gold bei den Frauen. Das Norden-Duo Bianca Brunken und Femke Wilberts teilten sich mit 497 Metern Platz zwei. Ähnlich sahen die Podestplatzierungen auch im Klootschießen aus. Wilberts gewann mit 189,4 Metern knapp vor Gerjets (186,4). Ann-Christin Peters aus Adorf gewann mit 171,7 Bronze. Die Mentzhauserin Antje Wullf wurde mit 165 Metern Vierte.

Die Männer

Vize-Europameister Daniel Heiken aus Schirumer-Leegmoor sicherte sich mit der Hollandkugel den Titel. Mit einer Siegerweite von 805 Metern verwies er Hauke Roolfs (Südarle, 782) und Sören Bruhn (Schweinebrück, 774) auf die weiteren Plätze. „Der letzte Wurf war leider noch etwas verrissen. Trotzdem bin ich zufrieden“, zog Bruhn ein positives Fazit. Thore Bruns aus Waddens, der mit 736 Metern Fünfter wurde, haderte ein wenig: „Bis auf den dritten Wurf war es ein guter Wettkampf.“ Mit dem Kloot wurde Europameister Mike Plähn seiner Favoritenrolle gerecht. Der Ostfriese, der für den K-Bund in Schleswig-Holstein wirft, kam auf 252,35 Meter. Sein Schweinebrücker Trainingspartner Bruhn wurde mit 248,05 Metern Zweiter. Janne Martens aus Wesselburen schnappte sich mit 243,95 Metern Bronze. Zu genau dieser Medaille fehlten Roolfs nur 60 Zentimeter.

Die Mannschaftswertung

Mit der Hollandkugel gab der Friesische Klootschießerverband (FKV) klar den Ton an. Elf der zwölf Titel gingen an die Werfer des FKV, in der Mannschaftswertung entschied der FKV alle Wettbewerbe für sich. Beim Klootschießen wurden die Titel gerechter aufgeteilt. Dort kamen auch die unterschiedlichen Wurftechniken zum Einsatz. Während die Werfer des Verbands der Schleswig-Holsteiner Boßler (VSHB) auf den athletischen Drehwurf setzen, gingen die FKVer traditionell über das Klootschießerbrett. Bei den Frauen traten beide Verbände mit dem Drehwurf an. Jeweils sechs Medaillen gewann der FKV, jeweils sechs der VSHB. In der Mannschaftswertung gewann der FKV neunmal, die Gastgeber waren dreimal siegreich.

 

© / Quelle: NWZ-Online / 18.05.2026

Deutsche Meisterschaften in Wesselburen (VSHB)

1. Disziplin:  Feldkampf mit der Hollandkugel

FKV-Frauen heimsen Titel mit überragender Lene Gerjets ein

Mila Ihnen und Devin Hilmer holen wie Daniel Heiken Gold

Wesselburen erlebt ein Medaillenfest.

Der Friesische Klootschießer-Verband dominiert die Deutschen Meisterschaften klar.

Ein bisschen Tragik gab es mit einer Verletzung.

von Henning Wieting / Foto Holger Wilken

Wesselburen - Die Deutschen Meisterschaften der Friesenportler im schleswig-holsteinischen Wesselburen entwickeln sich erwartungsgemäß zu den Edelmetall-Festspielen des Friesischen Klootschießer-Verbandes (FKV). Nach der Eröffnungsfeier am Freitagmorgen (15. Mai) heimsten die Top-Athleten der im FKV vereinten ostfriesischen und oldenburgischen Landesverbände gleich am ersten Wettkampftag die ersten Titel und Medaillen ein – im Einzel- und Team-Wettbewerb.

Vierfach-Triumph mit der Hollandkugel

Einen Vierfach-Triumph feierten die FKV-Frauen mit der Hollandkugel mit einer überragenden Lene Gerjets als „Königin“ von Deutschland. Die Etzelerin übertraf als einzige mit 530 Metern die 500er-Marke. Dahinter reihten sich auf den Zentimeter Bianca Brunken (Theener) und Femke Wilberts (Norden) mit Silber ein. 497 Meter erzielten beide im Feldkampf, sodass sich das ostfriesische Duo die Silbermedaille umhängen durfte. Anke Klöpper (Südarle) komplettierte das gute Abschneiden mit dem undankbaren vierten Rang sechs Meter dahinter. Ein bisschen Tragik gab es bei Bianca Brunken. Sie verletzte sich während des Wettkampfs, den der FKV gegen den Verband Schleswig-Holsteinischer Boßler (VSHB) mit 2453:2130 Metern in der Addition sämtlicher Würfe gewann. Sodass zwischenzeitlich in Erwägung gezogen wurde, Ersatzwerferin Ulrike Plähn (Müggenkrug) einzusetzen. Doch mit ein paar Schmerztabletten biss Bianca Brunken auf die Zähne und kämpfte sich durch. Bei ihrem letzten Wurf auf der harten Wurfstrecke, auf der manche Kugeln versprangen, trat sie versehentlich etwas über. Und diese zwei Meter, die ihr vom Wettkampfgericht abgezogen wurden, kosteten sie beinahe die Silbermedaille. Aber es reichte metergleich mit Femke Wilberts zu Platz zwei. Etwas, das auch nicht so häufig nach zehn Würfen passiert. Vanessa Heinz (Moorriem) belegte mit 438 Metern Rang sieben im FKV-Fünfer-Wurfteam.

Bei den FKV-Juniorinnen demonstrierte Mila Ihnen (Utarp-Schweindorf) mit 471 Metern ihre Ausnahmestellung. Mit 446 Metern holte sich Nele Carstens (Moorriem) die Silbermedaille vor ihrer Vereinskameradin Leevke Danielzik (435 m) und der Südarlerin Tomke Harms (428 m) beim Vierfa-Triumph des FKV. Hier war der FKV dem VSHB mit 1334:1117 Metern überlegen.

Eine Klasse für sich bei den männlichen Junioren war FKV-Athlet Devin Hilmer. Mit 746 deklassierte der neue Deutsche Meister aus Meentzhausen das Teilnehmerfeld vor dem Schleswig-Holsteiner Yannik Munz (628) und Lukas Schmidt (602), der sich als Wiesedermeerer die Bronze-Medaille einheimste.Der FKV Schirumer Leegmoor feiert seinen Deutschen Meister Daniel Heiken mit 805 Metern. Silber ging an Hauke Roolfs (782m/Südarle), Bronze hängte sich Sören Bruhn (774m/Schweinebrück) um. Den Fünffach-Triumph des FKV gegenüber den Gastgebern komplettierten Florian Eiben (737m/Leerhafe) und Thore Bruns (736/Waddens).

Kühl und windig, aber sonnig

Entgegen der Prognose durften die Friesensportler bei kühlem und windigem, aber sonnigen Wetter ihr Können unter Beweis stellen. Alle Sportler zeigten sich im Beisein des FKV-Vorsitzenden Helfried Goetz angetan von der nahezu perfekten Organisation der Wettkämpfe.

 

© / Quelle: NWZ-Online / 18.05.2026

Deutsche Meisterschaften in Wesselburen (VSHB)

2. Disziplin:  Feldkampf mit der Hollandkugel

FKV-Team nah an Überraschung

Europameister Mike Plähn nur vier Meter vor Trainingskamerad Sören Bruhn

Beim Klootschießen in Wesselburen triumphiert Mike Plähn nach einem packenden Duell mit Sören Bruhn.

Spannung auch bei den Frauen: Femke Wilberts setzt sich knapp gegen Lene Gerjets durch.

von Henning Wieting / Foto Holger Wilken

Wesselburen - Er galt mit seiner Drehwurftechnik als der große DM-Favorit im Standwettkampf der Klootschießer: Doppel-Europameister Mike Plähn vom Verband Schleswig-Holsteinischer Boßler (VSHB) und wohnhaft im ostfriesischen Wiesmoor. Letztlich ist der 30-Jährige am Freitagnachmittag in seiner Heimat auch acht Jahre nach seinem ersten Erfolg wieder Deutscher Meister geworden.

Doch dieses Mal gewann er den Titel in einem höchst spannenden Wettbewerb bei einer Gesamtweite von 252,35 Metern nur mit vier Metern Vorsprung vor seinem Kumpel und Trainingskameraden, dem Schweinebrücker Sören Bruhn vom Friesischen Klootschießer-Verband (FKV), der 248,05 Meter in die Wertung brachte. Auf dem Bronzerang landete Janne Martens vom VSHB (243,95 m) mit der Winzigkeit von 60 Zentimetern vor dem zweitbesten FKV-Athleten dieses Wettkampfs, Hauke Roolfs (Südarle). Letztlich konnte sich Team VSHB mit 1193,90:1185,20 Metern durchsetzen, also mit knapp neun Metern Vorsprung.

Der Standkampf der Frauen mutierte hingegen zu einem spannenden verbandsinternen FKV-Auswerfen auf schleswig-holsteinischem Terrain. Im Gegensatz zur Hollandkugel konnte sich jetzt Femke Wilberts die Krone aufsetzen mit einer Gesamtweite von 189,40 Metern. Die Norderin siegte dieses Mal mit knapp drei Metern (186,45 Meter) vor der Etzelerin Lene Gerjets, der Deutschen Meisterin mit der Hollandkugel am Vormittag. Den Vierfach-Triumph des FKV zementierten Ann-Christin Peters (171,75 m) sowie Antje Wulff (165 m) auf den weiteren Plätzen. Mit der Gesamtweite von 872,50 Metern lagen die FKV-Athletinnen exakt 100 Metern vor den Gastgeberinnen, deren beste Werferin Johanne Levens (161,10 m) nur unwesentlich weiter warf als Anke Windt (159,90 m), die das FKV-Quintett komplettierte.

Silber für den FKV holte Finja Frels bei den Juniorinnen im Standkampf mit 150,90 Metern, also ein ganzes Stück hinter der Deutschen Meisterin Inga Klinck (158,15 m) vom VSHB, die auch den Teamwettbewerb holten. Den doppelten DM-Titel holte sich Devin Hilmer auch mit dem Kloot im Standwerfen für den FKV mit 223,25 Metern. Danach folgte ein VSHB-Quartett mit Melf Harms als Zweitplatzierten (220,20 m) und Melvin Schatt (212,40 m) mit der Bronze-Weite, sodass die Gastgeber den Mannschaftswettbewerb deutlich mit 633,25:566:45 Metern für sich entscheiden konnten.

 

© / Quelle: NWZ-Online / 18.05.2026

Deutsche Meisterschaften in Wesselburen (VSHB)

4. Disziplin:  Straßenkampf mit der Gummi- bzw. Holzkugel

FKV-Boßler dominieren Titelkämpfe in Wesselburen

Die FKV-Boßler räumen in Wesselburen fast alle Medaillen ab.

Nele Carstens holt Gold nach Silber am Vortag

Lukas Gebel überrascht als Ersatzwerfer

Nur eine von 24 Medaillen blieb den Gastgebern.

von Wolfgang Böning

Wesselburen - Bei den Deutschen Meisterschaften der Friesensportler gaben die Starter des Friesischen Klootschießer Verbandes (FKV) im Boßeln klar den Ton an. 23 der möglichen 24 Medaillen sicherten sich in Wesselburen die Starter aus Oldenburg und Ostfriesland. Weil der gastgebende Verband der Schleswig-Holsteiner Boßler (VSHB) traditionell das Feldboßeln auf dem Deichgelände pflegt, waren die Duelle im Straßenboßeln auf der Powerstrecke am Katinger Watt meist klare Angelegenheiten.

Zweiten Tag vergoldet

Nele Carstens aus Moorriem vergoldete ihre starke DM am zweiten Wettkampftag mit der Gummikugel. Nach Silber am Vortag mit der Hollandkugel gewann sie nun mit 1669 Metern bei ihren zehn Würfen Gold – mit dieser Weite wäre sie in der Frauen-Hauptklasse Vierte geworden. „Es war ein richtig geiler Wettkampf, ich habe alles getroffen. Das hat richtig Spaß gemacht“, sagte die Deutsche Meisterin mit einem Lachen. Anne Pioch (Tating, 1451) sorgte für die einzige VSHB-Medaille des Tages, Finja Watermann aus Rosenburg (1343) wurde Dritte.

Zufrieden mit DM-Ablauf

Die Friesensport-DM in Wesselburen kam bei den Beteiligten gut an. „Das war eine DM voller Freude. Ich habe selten so eine bombastische Abschlussfeier erlebt. Alle Sportlerinnen und Sportler aus den Verbänden, nicht nur die Medaillengewinner, haben sich als Sieger gefühlt. Der kleine Verband VSHB hat Großartiges geleistet“, lobte der FKV-Vorsitzende Helfried Goetz. Auch sportlich war der FKV-Chef zufrieden: „Auf der Straße waren wir die Favoriten, im Feld haben wir auch gute Leistungen gebracht. Das macht Hoffnung auf die nächste EM in Irland.“ Ähnlich sah es Jürgen Frers, der Vorsitzende des Klootschießer Landesverbandes Oldenburg: „Ich bin stolz auf die Oldenburger Teilnehmer. Die haben alle mächtig abgeliefert.“ Dass der FKV so viele Medaillenränge und erste Plätze belegen würde, hätte Frers nicht gedacht. 40 der 48 DM-Medaillen gingen an den FKV, in der Mannschaftswertung gewann der FKV 13 von 16 möglichen Duellen mit dem VSHB. Lob gab es auch für den gastgebenden VSHB: „Es war eine megacoole Veranstaltung. Das Miteinander im Landesverband, wie sich die Vereine gegenseitig unterstützen, macht Freude.“

Für einen Überraschungssieg mit der Gummikugel sorgte Lukas Gebel bei den Junioren. Der Moorriemer war als Ersatzwerfer gestartet, schnappte sich mit 1795 Metern am Ende aber den Titel. Bei den ersten fünf Würfen hatte der Wesermärschler noch etwas liegengelassen. „Dann lief es aber. Die letzten drei Würfe waren bombig“, sagte Gebel. Vizemeister wurde Nils Willhoeft (Simonswolde, 1740), Dritte Jonah Müller (Westeraccum, 1683).

Dritter Titel

Den dritten Titel für die Oldenburger Werfer errang Paula Janssen in der Frauenklasse mit der Kunststoffkugel. Die Schweinebrückerin gewann mit 1677 Metern vor Mayra Petersen (Schirumer-Leegmoor, 1600) und Antje Ubben (Stedesdorf, 1589). Bei den Juniorinnen setzte Fenna Behrends aus Wiesederfehn ein Ausrufezeichen. Mit ihrer Siegerweite von 1696 Metern hätte sie auch bei den Frauen gewonnen. Sie verwies Tomke Harms (Südarle, 1438), Jaike Schoon (Schirumer-Leegmoor, 1428) und Gesa Hiljegerdes (Halsbek, 1414) deutlich auf die weiteren Plätze. In der Frauenklasse lieferte Anke Klöpper mit 1744 Metern den Bestwert des Tages mit der Gummikugel ab. Bis zum sechsten Wurf war sie mit Vizemeisterin Deike Kuhlmann (Grünenkamp, 1617) noch gleichauf. „Dann habe ich voll über die Finger getroffen, und Deikes Wurf ging raus. Der vorletzte Wurf war nochmal riesig“, sagte Klöpper, die bei der vorherigen DM noch Gold mit der Kunststoffkugel geholt hatte. Dritte wurde am Samstag Ines Peters (Utarp-Schweindorf, 1538) vor Chantal Bohlen (Schweinebrück, 1520). Bei den Junioren machten die Südarler Jelko Wiechers (1764), Ole Mühlena (1740) sowie Ruttels Bernd Spechtels (1729) die Medaillen unter sich aus.

2200er-Weiten

Bei den Männern rollten die Boßelkugeln bei den Siegern weiter als 2200 Meter. Mit der Gummikugel war Sören Ruthenburg (Burhafe) mit 2225 Metern nicht zu schlagen. Simon Quathamer auf Platz zwei (2148) war aber nicht zufrieden: „Vier Würfe waren gut, ansonsten habe ich aber nicht zu meiner gewohnten Leistung gefunden“, sagte der Bredehorner. Dritter wurde Hauke Gerdes (Wilmsfeld, 2060). Die Kunststoffkugel warf der neue Meister Jonas Eden aus Theener mit 2281 Metern auf Rekordweite. Fabian Schiffmann (Südarle, 2085) und Manuel Runge (Kreuzmoor/Bekhausen, 1916), der keinen guten Start erwischte, mussten deutlich abreißen lassen.

 

© / Quelle: NWZ-Online / 18.05.2026

Deutsche Meisterschaften in Wesselburen (VSHB)

 „Überwältigender Teamgeist“ und phänomenale Fenna

Ärger wegen Büffet-Bändchen

Glanz und kleiner Schatten bei den Deutschen Meisterschaften in Wesselburen:

Der Friesische Klootschießer-Verband lobt Organisation und Atmosphäre.

Für einige war aber das Büffet-Bändchen ein Rotes Tuch.

von Henning Wieting / Foto Holger Wilken

Wesselburen - Ein wenig müde sei er noch von den vier Tagen in Wesselburen, aber beim Fazit des Friesischen Klootschießer-Verbandes (FKV) zu den zweitägigen Deutschen Meisterschaften in Schleswig-Holstein musste Helfried Goetz nicht lange überlegen. „Es waren wirklich würdige und toll organisierte Titelkämpfe,und wir als Verband haben alle unsere gesteckten Ziele erreicht“, sagte ein sichtlich zufriedener FKV-Vorsitzender am Montagmorgen (18. Mai): „Es war ein überwältigender Teamgeist auch zwischen den einzelnen Gruppen.“

Etwas Wasser in den Wein

Etwas Wasser in den reinen Wein mussten indes FKV-Funktionäre und sogar Aktive wie beispielsweise Marian Jahnke (Westeraccum) und deren Familienangehörige im Vorfeld der Siegerehrungen am Samstagabend gießen, wie die NWZ erfuhr. Weil sie das mit 25 Euro taxierte Grill-Buffet (für Kinder 15 Euro) nicht gebucht hatten und es keine Abendkasse gab, seien sie nicht im Besitze der roten Buffet-Armbändchen gewesen. Damit sei ihnen der Zugang während der eineinhalbstündigen Verzehrphase auf das Festgelände vonseiten des Verbandes Schleswig-Hosteinischer Boßler (VSHB) verweigert worden – teils auf schroffe Art. Ein Kompromissvorschlag von Teilen der FKV-Delegation, dass sich die Friesen nur im vorderen Teil an den Getränkebuden aufhalten wollten bis zu den Siegerehrungen, sei abgebügelt worden. Und so hätten Teile des FKV samt mitgereisten Angehörigen den Siegerehrungen gar nicht beigewohnt, sondern seien zur Jugendherberge in Heide zurückgekehrt und hätten dort oder in umliegenden Restaurants gefeiert.

Denn zum Feiern gab es Anlass genug am Freitag und Samstag – wie ausführlich berichtet. Imponierend sei so eine Geschichte der für Theener werfenden Bianca Brunken, die sich praktisch schon nach dem ersten Hollandkugel-Wurf verletzte – wahrscheinlich mit einem Sehnenanriss im Fuß. „Sie beißt auf die Zähne und holt noch Silber“, erinnert sich Goetz. Oder die Story seines jungen Vereinskameraden, Lukas Schmidt vom KBV Wiesedermeer. Erst durch eine kurzfristige Regeländerung durfte er im Feldkampf als Ersatzwerfer der männlichen FKV-Junioren für die Einzelwertung mitlaufen. Und holte als zweitbester Werfer des FKV hinter dem überragenden Teamkollegen Devin Hilmer (Mentzhausen) und Yannik Munz vom VSHB die Bronzemedaille. Seine 628 Meter flossen nicht mit in die Wertung des FKV-Teams, das trotzdem Gold holte mit 1874:1700 Metern.

Einen unfassbaren Wettkampf legte auch Fenna Behrends auf der Straße mit dem Kunststoffboßel hin. Wie entfesselt warf die Juniorin auf dem fremden Terrain. Auf den Videos in der FKV-WhatsApp-Gruppe kriegen sich die FKV-Kameradinnen und -Kameraden gar nicht mehr ein vor „Klasse-Fenja“-Rufen. Nur um vier Meter hätte sie beinahe die 1700-Meter-Schallmauer durchbrochen. Ihre phänomenalen 1696 Meter hätten sogar gereicht, um den Frauen-Wettbewerb zu gewinnen, bei dem Paula Janssen vom FKV mit 1677 Metern den Vierfach-Triumph des Verbandes mit der Goldmedaille im Einzel anführte.

30.000 beim FKV, 3.000 beim VSHB

Insgesamt zeigte sich der FKV-Vorsitzende von der Organisation der Veranstaltung durch die Schleswig-Holsteiner sehr angetan: „Hut ab, wie professionell der sehr viel kleinere Verband das Ganze auf die Beine gestellt hat.“ Mit etwa 3.000 Mitgliedern hat der VSHB nur etwa zehn Prozent der Mitgliederstärke des FKV. Mit jeweils rund 100 Euro Eigenanteil waren 70 FKV-Sportler und -Funktionäre in der Jugendherberge in Heide untergebracht. Einen großzügigen fünfstelligen Betrag stellten die FKV-Sponsoren zur Verfügung.