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© / Quelle: friesensport.de - Redaktion / 22.05.2004

2. Wettkampftag Meica-Boßeleuro: Eisenentscheidung auf der Straße
Goldjungs kommen aus der Friesischen Wehde
Ole Renken und Henning Feyen Europameister
Übermächtige FKV-Mannschaften nicht zu bezwingen
weibliche Jugend: Maike Meyer mit drei Raketen zur Goldmedaille
männliche Jugend: Ole Renken vor Seamus Sexton (BC) und Daniel Popken
Frauen: Rena Ahlrichs, Sonja Kotte und Carmel Ryan (BC) im Medaillenrausch
Männer: Henning Feyen mit Startnummer eins und Streckenrekord zum Gold

von Ute Draschba

Ergebnis

Maike Meyer (wJug), Ole Renken (mJug), Rena Ahlrichs (F) und Henning Feyen (M): die strahlenden Sieger von Halsbek.

 Foto: Ute Draschba

Halsbek. "Das wird eine riesige Championsparty bei uns in der Friesischen Wehde", freut sich Joachim Hobbie, der Kreisvorsitzende, nach dem zweiten Wettkampftag mit der Eisenkugel auf der Straße in Halsbek bei der Meica-Boßeleuro. Groß war nicht nur die Freude bei dem Wehde Funktionär, sondern mehr als 6000 Zuschauer bejubelten eine grandiose Vorstellung von Ole Renken (Gold) und Maike Meyer (Gold) in den Jugendklassen. Nach Bronze im Feldkampf holte sich sensationell Daniel Popken hinter dem starken Iren Seamus Sexton eine zweite Bronzemedaille. Im morgigen Standkampf entscheidet sich zwischen diesen beiden Nachwuchstalenten, wer erfolgreichster EM-Jugendteilnehmer aller Zeiten wird. Die Chancen für Daniel Popken stehen gut, denn die eigentliche Stärke des Grabsteders ist der Standkampf mit der Klootkugel.
Mit der Startnummer eins setzte Henning Feyen von Anfang an mit 1.967 Metern und neuem Streckenrekord die hochkarätige Männerkonkurrenz unter Druck. Feyen selbst hoffte anfangs, dass seine Leistung zumindest für einen Platz unter den Top fünf reichen würde; am Ende langte es sogar für Gold vor Jörg Gronewold und Frido Walter. Im Frauenwettbewerb kam es zu knappen Meterentscheidungen. Gerade mal 25 Meter liegen zwischen Platz fünf und Platz eins. Europameisterin wurde Rena Ahlrichs vor Sonja Kotte und Carmel Ryan (BC).
Schon beängstigend waren die übermächtigen Mannschaftsleistungen des FKV. Wie im Feldkampf gingen auch im Straßenkampf, der Königsdisziplin der Iren, überraschend alle Europameistertitel an den FKV. Bei den Männern und den Jugendklassen bekamen die favorisierten Iren Silber und die Holländer Bronze. Bei den Frauen glänzte das NKB-Team sogar hinter dem FKV mit Silber noch vor der BC-Mannschaft.

Männer: Egal welche Kugel Henning Feyen in die Hand nimmt, ob Holz, Gummi oder Eisen, der Eliteboßeler aus der Friesischen Wehde ist ein Sieggarant. Selbst als es darum ging, mit der Startnummer eins im direkten Vergleich gegen die irische Legende und mehrfachen Straßeneuropameister Bill Daly anzutreten, bekam Henning Feyen keine "weichen Knie". Mit neuem Streckenrekord von 1.967 Meter nahm Henning Feyen dem Iren über 420 Meter ab und holte sich Gold vor seinen Teamkollegen Jörg Gronewold (1.757,75 Meter) und Frido Walter (1.674,80 Meter). Auf den weiteren Plätzen folgen ausnahmslos mit Ralf Look (1.640 Meter), Eckhard Kerl (1.640 Meter), Hans-Georg Bohlken (1.635,90 Meter) und Harm Henkel (1.635,45 Meter) FKV-Werfer, bevor sich mit Anthony Gould (1.626,45 Meter) und Billy McAuliffe (1.626,45 Meter) die zwei stärksten Iren wiederfinden. Vom NKB ging Rene Loman (1.612,20 Meter) als Zwölfter über die Bahn. Überraschend setzte sich Andrea Aguzzi (1.467,60 Meter) mit Platz 19 noch vor dem besten VSHB Werfer Uwe Stademann (1.432,10 Meter).  Sensationell waren vor allem die letzten vier Würfe des neuen Europameisters Henning Feyen. "Nachdem ich die drei Kurven sicher geworfen habe, war mir klar, dass ich mit den letzten vier Würfen noch zulegen muss, um Medaillenchancen zu haben", so Henning Feyen selbstbewusst. Und das tat der Goldjunge dann auch. Seinen vorletzten Wurf katapultierte Henning Feyen sogar auf 285 Meter; und dass auf gerader Strecke. Auf die Frage, warum er sich in der Championstour anfangs auf der Halsbeker Strecke so schwer tat, antwortete Feyen: "Die Halsbeker Strecke hatte ich anders in Erinnerung und ehrlich gesagt auch ein bisschen unterschätzt". Henning Feyen lebt berufsbedingt in Hannover und hatte kaum Möglichkeiten, dort zu trainieren. Doch der Rutteler braucht keine täglichen Trainingseinheiten, sondern er muss sich einfach nur mit der Boßelstrecke vertraut machen, sich anfreunden. "Und das habe ich in den letzten Tagen vor der Europameisterschaft getan", so Henning Feyen. Nicht zum Boßeltraining mit der Eisenkugel hat es den angehenden Lehrer nach Halsbek gezogen, sondern ganz ohne Kugel, einfach zum Gucken, zum Vertrautmachen, zum Anfreunden... mit Gold. 

Frauen:

Marion Rocker war auf eins gesetzt und alle Augen waren bei dem letzten Wurf auf die Pfalzdorferin gerichtet. Das Edelmetall in greifbarer Nähe, musste ein Sicherheitswurf her. Doch die Kugel kommt nur halbhoch und am Ende fehlen gerade mal knappe 28 Meter bis zur Goldmedaille. Große Enttäuschung bei dem Rocker-Team, Siegesjubel bei Rena Ahlrichs. Mit 1.350,50 Meter holt sich Rena Ahlrichs  Gold vor Sonja Kotte (1.332,50 Meter) und Carmel Ryan (1.328,20 Meter). Margret Schöttler landet auf einen hervorragenden 4. Platz mit 1.324,70 Metern vor der besten Holländerin Natalie de Olde (1.324,70 Meter).

männliche Jugend:

In Bombenform präsentierte sich Daniel Popken mit der irischen Eisenkugel. Mit der zweiten Bronzemedaille winkt dem Grabsteder jetzt sogar der Titel, als bester EM-Jugendteilnehmer Friesensportgeschichte zu schreiben. Doch dazu muss auch im Standkampf Edelmetall her, denn Seamus Sexton holte neben Gold im Feld sensationell auch Silber auf der Staße und tritt ebenfalls mit dem Kloot an.

Nachdem der Grabsteder Daniel Popken 1.575,90 Meter vorgelegt hat, war man gespannt auf den trainingsfleißigen Ole Renken aus Zetel-Osterende. Der gerade mal 16 Jahre alte Boßelspezialist hat sich unter der Regie von Hans-Georg Bohlken auf den Punkt fit gemacht und kennt die Strecke bis ins Detail. "Der erste Streckenabschnitt mit den Kurven liegt Ole, denn er wird gerne technisch gefordert", bremst seine Mutter bei 1.100 Meter die Vorfreude der Käkler und Mäkler, "die letzten Würfe haben es in sich". Doch die drei Schlusswürfe setzt Ole Renken auf anraten von Hans-Georg Bohlken auf Sicherheit und macht Wurf um Wurf wichtige Meter zum Gold. Und welche faire Geste: Daniel Popken der bis dato in der Einzelwertung auf Gold lag, feuert seinen Teamkollegen an und treibt ihn zu Höchstleistungen. So kann und muss Sport sein. Mit 1.768,93 Metern blieb Ole Renken unter seinem Streckenrekord von 1.900 Metern und so musste Ole Renken noch Zittern, was denn wohl der starke Ire Seamus Sexton auf die Bahn zaubert. Bei 1.644,90 Meter blieb dessen Kugel liegen. Jubel bei den Zetelern und den tausenden Zuschauern. Auf Schultern wird Ole Renken durch die Menschenmenge getragen. "Die Zukunft des FKV, ein neuer King of the road.", so der Moderator Freddy Mensink anerkennend.   

weibliche Jugend:
"Ich bin einfach nur glücklich", strahlt die junge Ostfriesin Maike Meyer nach ihrem letzten Goldwurf, der bei 1.330,10 Meter landet. Die 16jährige kam einzig zwischen den beiden ersten Kurven ins Wanken, als sie gleich mit zwei Würfen in Folge unter dem Schnitt blieb. Doch mit drei wahren Raketen wetzte die bescheidene Friesensportlerin die Scharte schnell wieder aus, denn das fanatische "Maike Meyer Team" aus Berumerfehn, angeführt von ihren Eltern, baute die junge Werferin auf und ermöglichte Bestleistung. Mit diesem Ergebnis hätte sich die Nachwuchswerferin sogar in der Frauenwertung noch eine Medaille geholt. Auf Silber landete Denise Murphy vom BC (1.244,95 Meter) und Andrea Velderman vom NKB (1.240,45 Meter). Als beste Werferin vom VSHB landete Regina Schmidt (1.121,70 Meter) auf Platz sechs.